„Ich muss mich nicht als etwas darstellen lassen, was ich nicht bin“ – Martin Schindler erklärt seinen SPORT1-Boykott
PDCMartin Schindler hat sich in einer Reihe ausführlicher Instagram-Storys erneut zur Diskussion rund um seinen Interview-Verzicht gegenüber SPORT1 geäußert. Nach seinem Drittrundenaus bei der Darts WM 2026 wollte der Deutsche am Silvesterabend nach eigenen Worten „alle bösen Geister hinter sich lassen“ und noch einmal erklären, wie es zu seiner Entscheidung kam. Dabei machte Schindler deutlich, dass es ihm nicht um Konfrontation geht, sondern um Fairness und Kontext.
Der 29-Jährige betonte gleich zu Beginn, dass seine Aussagen ungefiltert entstanden. Kein Skript, keine Vorbereitung, kein strategisches Statement. Er habe einfach schildern wollen, wie er den Umgang mit SPORT1 über Jahre wahrgenommen habe – ruhig, reflektiert und ohne persönliche Angriffe.
Kritik richtet sich gegen Berichterstattung, nicht gegen Personen
Im Zentrum von Schindlers Kritik steht der aus seiner Sicht häufig negative Grundton in der Berichterstattung. Gerade deutsche Spieler seien immer wieder überspitzt dargestellt worden. Begriffe wie „Blamage“, „chancenlos“ oder „deklassiert“ seien mehrfach verwendet worden und hätten wenig mit sachlicher Analyse zu tun gehabt.
Schindler stellt klar, dass er fachliche Kritik ausdrücklich akzeptiert. Schlechte Leistungen dürften klar benannt werden. Was ihn störe, sei die bewusste Dramatisierung, die oft auf maximale Aufmerksamkeit abziele. Vor allem in sozialen Netzwerken habe er immer wieder den Eindruck gehabt, dass Clickbait über Einordnung gestellt wurde.
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Überschriften als Auslöser für Missverständnisse
Besonders zwei Artikel nennt Schindler als Beispiele. In einem Fall sei durch die Überschrift der Eindruck entstanden, er habe Luke Littler persönlich respektlos kritisiert. Tatsächlich habe sich seine Aussage auf das Pfeifen und Buhen von Fans bei Turnieren bezogen – ein Verhalten, das er grundsätzlich ablehnt.
Schindler erklärt, dass diese Kritik bewusst an deutsche Fans gerichtet war. Er halte Auspfeifen für respektlos gegenüber Spielern, die viel Zeit, Geld und Energie investieren. Diese Position vertrete er unabhängig vom Namen oder der Nation des Gegners.
Ein weiterer Artikel griff seine Aussage auf, „zum Helden werden“ zu wollen. Gemeint gewesen sei dabei ausschließlich seine Rolle als Vater. Er wolle für seine Tochter ein Vorbild sein, jemand, auf den sie stolz sein könne. In der Berichterstattung sei daraus jedoch ein Bild entstanden, das ihn als überambitionierten Selbstdarsteller erscheinen ließ.
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Keine Feindschaft mit Kommentatoren oder Moderatoren
Wichtig war Schindler eine klare Abgrenzung. Er habe keinerlei Probleme mit den Kommentatoren oder Moderatoren von SPORT1. Namen wie Robert Marijanovic, Basti Schwele, Philipp Brzezinski oder Max Hopp nennt er ausdrücklich positiv. Auch Katharina Kleinfeldt und Jana Wosnitza schließt er ein.
Diese Personen seien nicht für die kritisierten Artikel verantwortlich. Redaktion und Produktion seien getrennte Bereiche. Für die langjährige, kostenlose Übertragung des Dartsports in Deutschland zeigt sich Schindler ausdrücklich dankbar. SPORT1 habe viel dafür getan, den Sport größer zu machen.

Erreichte die 3. Runde bei der Darts WM 2026: Martin Schindler
„Ich strecke die Hand aus, aber ich ziehe auch Grenzen“
Trotz seiner klaren Worte betont Schindler, dass die Tür für SPORT1 nicht grundsätzlich geschlossen ist. Sollte der Sender künftig wieder das Gespräch suchen, sei er offen für einen Neuanfang. Voraussetzung sei jedoch eine faire und saubere Berichterstattung, bei der Aussagen nicht aus dem Kontext gerissen werden.
Dabei formuliert Schindler seine Haltung unmissverständlich: „Ich muss mich nicht als etwas darstellen lassen, was ich nicht bin.“ Genau an diesem Punkt habe er für sich eine Grenze gezogen. Es gehe ihm nicht um Trotz oder Konfrontation, sondern um Selbstschutz und Respekt.
Diese Erwartung richte sich ausdrücklich nicht nur an SPORT1. Schindler wünscht sich insgesamt einen verantwortungsvollen Umgang der Medien mit Zitaten und Einordnungen. Niemand wolle in der Öffentlichkeit ein Bild von sich lesen, das mit der eigenen Realität nichts zu tun habe.
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Thema abgeschlossen, Blick nach vorne
Für Schindler ist die Angelegenheit nun beendet. Die Darts WM ist vorbei, das Jahr abgeschlossen. Er habe seine Sicht dargelegt und einen Denkzettel verteilt, wie er es selbst formuliert. Jetzt könne jeder daraus machen, was er wolle.
Zum Abschluss richtete sich der Deutsche noch einmal direkt an seine Fans. Er bedankte sich für die große Unterstützung und das Interesse an der Thematik. Gleichzeitig rief er zu einem verantwortungsvollen Jahreswechsel auf – mit Rücksicht auf Mitmenschen und Einsatzkräfte.
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Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









